Archiv für April 2013

Das polizeiliche Führungszeugnis verhindert ehrenamtliches Engagement

Das neue Bundeskinderschutzgesetz trat Anfang 2012 in Kraft und besagt, dass Ehrenamtliche in Jugendverbänden ein erweitertes, polizeiliches Führungszeugnis vorlegen müssen. Damit soll der aktive Schutz der Kinder und Jugendlichen gestärkt werden.

Im Klartext soll verhindert werden, dass die Macht im Abhängigkeitsverhältnis zwischen Teamer_in und Teilnehmer_in ausgenutzt wird.

Da sind wir einer Meinung.

Das Führungszeugnis soll aber nicht bei den Behörden vorgelegt werden, sondern bei den Trägern der freien Jugendhilfe.
In unserem Fall wäre es der Vorstand, der die Führungszeugnisse einsehen muss.
Es ist aber nicht festgelegt, ab wann ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen Jugendleiter_in und dem Kind bzw. Jugendlichen entsteht, so dass die Verbände nach eigenem Ermessen entscheiden müssen, wann genau eine Gefährdung vorliegt.

Was heißt das für unseren Kinder- und Jugendverband?

Das Fehlen klarer Richtlinien, wann und wann nicht das Führungszeugnis abgegeben werden muss, macht die Sache schwer.
Wie viel Kontakt ist ausschlaggebend, um ein Abhängigkeitsverhältnis herzustellen? Am Ende trägt der Vorstand die Verantwortung. Also sollte man dann – um sicher zu gehen – von allen ein Führungszeugnis verlangen? Und was ist eigentlich mit dem Vorstand selbst? Kontrollieren sie sich gegenseitig? Was ist eigentlich mit dem Datenschutz? Natürlich soll der Vorstand solche Informationen nicht an Dritte weitergeben, aber wer garantiert, dass solche privaten Informationen nicht am nächsten Tag im Internet zu finden sind? Und nicht zuletzt wird die Gefahr der Erststraftaten damit nicht eingedämmt.

So viele Fragen und kaum einer da, der sie beantworten kann.

Ein weiteres großes Problem ist das Misstrauen, was jungen Menschen entgegen gebracht wird, die sich für ein Engagement im heutigen Alltag – der sowieso schon so viel von uns abverlangt – entscheiden.
So können wir nicht auf Augenhöhe arbeiten und es vermittelt hierarchische Strukturen, denen wir in unserer Freizeit entkommen und eine Alternative entgegensetzen möchten.

Deshalb wäre vielleicht die Aufklärung und die Stärkung des Selbstbewusstseins der Kinder und Jugendlichen und die bessere psychologische Unterstützung von Straftäter_innen sinnvoller. Da dies aber eine Mehrinvestition bedeutet und gerade die Gelder für soziale Einrichtungen gekürzt werden, ist das nicht möglich.

Da stellt sich die Frage – vor allem wenn man liest wie viel Geld wiederum in die Elbphilharmonie investiert wird – ob man nicht am falschen Ende spart.

Ostersamstag 30.03.2013 im Pirattenland


Das Dreckige Dutzend war heute mit 20 Nasen auf der Jagd nach Kräutern, Hasen, Küken, Eiern, Stöckern und Co im Pirattenland, im Feenreich und im Wald der 1000 Namen unterwegs.
Mit der Nase nah am Boden, mit den Stiefeln tief im Schlamm.
Mit Schnee auf den Haaren am Lagerfeuer sitzend, Sauerampfer, Girsch, Brennnessel, Gundermann, Knoblauchsrauke, Schnittlauch und Petersilie knabbern und dann Grünkernsuppe im Rauch und mit nackten Füßen genießen.
Jetzt kann es Frühling werden – wir wollen die Baby-Kräuter wachsen sehen!

Photorückblick hier